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Blogeinträge (Tag-sortiert)
Tag: Stefan Albus
Interview und Verlosung - Santiago liegt gleich um die Ecke
Es war einmal ein Chemiker und Fachjournalist. Dem fiel irgendwann die Decke auf den Kopf... und er begann zu pilgern. Nein, nicht nach Santiago de Compostella - er pilgerte von Herne nach Trier.
Das war sein persönliches Santiago und sein Weg.
Ich kam durch Zufall auf die Seite von Dr. Stefan Albus als ich im Web rumsurfte. Ich musste sehr lachen als ich zum Bsp. solche Sprüche las:
He: Für ein paar Euro kann ich heute den hintersten Winkel der Welt erreichen - in London bin ich schneller als beim nächsten Zigarettenautomaten! Hunderte Kilometer zu Fuß? Mit einer gefühlten Tonne Gepäck auf dem Rücken? Schlafen in Orten, von deren Existenz ich einen Tag vorher noch nicht mal wusste? Hallooo? Gehts noch?
Ich beschloss den guten Mann nach einem Interview zu fragen und er gab es mir gerne und schickte auch noch eines seiner signierten Bücher mit, welches ich gerne verlose. Mehr dazu am Ende des Interviews.

Selbiges wird übrigens ungekürzt und in unveränderter Form von mir verändert. Denn so spiegelt sich auch der nette und freundliche Mensch wieder, den ich in den letzten Wochen kennengelernt habe und dem ich auf diesem Wege recht herzlich für seine Zeit und seine Geduld danke.
INTERVIEW:
Ein paar Fragen an Stefan Albus....
Was hat Sie überhaupt dazu bewogen zu pilgern? Was war der Auslöser?
Das kann ich gar nicht mehr so genau sagen. Ich habe vor Jahren irgendwann vom spanischen Camino erfahren und sofort gewusst, dass ich irgendwann auch einmal zum Pilgerstab greifen muss! Es ist allerdings schwer zu sagen, was mich da angesprochen hat ...
Es gibt ja Leute, die wollen auf so einer Reise bewusst ein Problem aufarbeiten, eine Trennung begreifen oder klären, wie sie sich einer Krankheit stellen sollen. So ein konkretes Ziel hatte ich nicht. Es war eher das unbestimmte Gefühl, dass mein Leben irgendwie zu einer Art Achterbahn geworden war, dass ich mich in dem ganzen alltäglichen Stress aus den Augen verloren hatte. Darum fand ich den Gedanken toll, sich einfach einmal auszuklinken, ein paar Wochen aus dem Rucksack zu leben und herauszufinden, was ich wirklich brauche – und worauf ich vielleicht verzichten kann.
Darum hab’ ich das Projekt auch erstmal an den Nagel gehängt, als Hape Kerkelings
Pilgerbuch herauskam. Ich dachte mir, dass es danach einfach zu voll werden würde in
Nordspanien – was dann ja auch so kam: 2010 waren über 270.000 Pilger unterwegs, mehr als vier mal soviel wie 2001!
Damit die Sache endlich doch noch ins Rollen kam, mussten zwei Dinge zusammenkommen:
Zum einen habe ich bei einem Spaziergang irgendwo in Remscheid einen Muschelwegweiser entdeckt und herausgefunden, dass man auch in Deutschland auf dem Jakobsweg pilgern kann. Das hat mich elektrisiert! Dann kam die Wirtschaftskrise im Frühjahr 2009 auch bei mir an – ich hatte plötzlich mehr Zeit und dachte: „Wann, wenn nicht jetzt?“.
Von da an ging alles ganz schnell: Innerhalb weniger Wochen hatte ich mir meine Strecke herausgesucht, Termine verschoben, Rucksack, Pilgerstab und Muschel besorgt. Dann habe ich tatsächlich wie die alten Pilger die Haustür hinter mir zugezogen und bin losgegangen.
Sind Sie ein besserer Mensch durch den Gang über Ihren Jakobsweg geworden?
Das müssen Sie wirklich Andere fragen ;-). Ich bin nicht mal sicher, ob so eine Pilgerwanderung tatsächlich reicht, einen wirklich zu einem besseren Menschen zu machen ...
Vielleicht in dem Sinne, dass man sich einiger seiner Schwächen – oder sagen wir: Charaktereigenschaften – bewusster wird und lernt, besser damit umzugehen.
Ich glaube zum Beispiel, dass ich etwas geduldiger geworden bin, vielleicht toleranter,
durchlässiger gegenüber vielen Dingen, die mich früher schnell auf die Palme gebracht hätten. Ich habe irgendwie gelernt, immer wieder mal einen Schritt zur Seite zu machen und mich zu fragen, wie wichtig das wirklich ist, worüber ich mich gerade aufrege ;-).
Natürlich bin ich immer noch kein Zen-Mönch, der in sich ruht wie eine Nuss in ihrer Schale, aber die längste Reise beginnt eben mit dem ersten Schritt ;-) Ich sag’s mal so: Wenn man den stillen Gipfel über den Wolken gesehen hat, heißt das ja nicht, dass man schon dort ist. Aber man weiß, dass es ihn gibt und vielleicht sogar, wie man hinkommt. Das ist schon ne Menge.
Das Geheimnis des Jakobsweges, sind die Menschen, die diesem Weg folgen. Was
macht solch einen Menschen aus?
Gute Frage. Man trifft als Pilger ja auch in Deutschland eine Menge Leute, sowohl Pilgerbrüder und -Schwestern als auch Passanten, die einen auf gewisse Dinge ansprechen – dafür ist die Muschel ja da. Die zeigt Anderen, dass hier jemand „auf der Suche“ ist.
Irgendwann habe ich gemerkt, dass die Leute, die einen auf die Pilgerreise ansprechen, etwas gemeinsam haben: Ex-Pilger habe ich durchweg als offene Menschen erlebt.
Es ist aber auch erstaunlich, wie viele einen ansprechen, die sich immer schon einmal auf „den Weg“ machen wollten, aber sich bislang noch nicht getraut haben. Die wirkten auf mich
wie junge Vögel, die sich auf dem Nestrand zu ihrem ersten Flug warmlaufen. Ich glaube,
gemeinsam ist Allen eine gewisse Neugier und vielleicht das Gefühl dafür, dass unsere
Gesellschaft langsam aus den Fugen gerät, wenn alle nur noch nach Stoppuhr funktionieren.
Das Gefühl, dass es da noch mehr geben muss als Quartalszahlen und Umsatzrenditen.
Anhalten kann man das Hamsterrad als Einzelner nicht. Aber es ist erstaunlich einfach, da
einfach mal rauszutreten und sich den Käfig von außen anzugucken. Mein Eindruck ist, dass
danach vieles einfacher wird.
Haben Sie Gott (oder sonst etwas) gefunden? Waren Sie auf der Suche nach Gott?
Nein, Gott habe ich nicht gefunden. Aber ich habe ihn auch nicht gesucht. Ich war voll und
ganz mit mir und der schönen Welt beschäftigt ;-). Aber ich habe mir gedacht: Wenn er mich
ansprechen möchte: Nur zu, jetzt wäre die Gelegenheit ;-). Vielleicht war ich auch nur zu doof,
ihn zu bemerken.
Aber ich habe es ihm als überzeugter Naturwissenschaftler vielleicht auch etwas schwer
gemacht ;-). Mir ist es allerdings sehr wichtig, zu betonen, dass man überhaupt nicht gläubig
oder auf Gottsuche sein muss, um zu pilgern! Es gibt sehr viele ernstzunehmende Gründe,
es zu versuchen! „Sich selbst finden wollen“, „mit sich selbst wieder ins Reine kommen
wollen“, „sich selbst wieder spüren wollen“ oder „herausfinden, was wirklich wichtig ist im
Leben“ sind zum Beispiel sehr, sehr gute.
Das sehen übrigens auch Kirchenleute so. Sogar in der evangelischen Kirche – obwohl
Luther das Pilgern noch von Herzen abgelehnt hat ;-) Aber man hat erkannt, dass auch die
im Ansatz vielleicht eher völlig unreligiöse „Suche nach sich selbst“ manche Leute eben doch wieder näher zu Gott führen kann.
Und es gibt ja diesen schönen Spruch aus Lukas 15,7: „Im Himmel wird mehr Freude herrschen über einen einzigen Sünder, der umkehrt, als über neunundneunzig Gerechte.“
Darum toleriert man wahrscheinlich auch atheistische Pilger – ich hatte jedenfalls nie das Gefühl, dass ich anders behandelt worden wäre als ein tief gläubiger Kirchgänger.
Würden Sie pilgern als Ersatzurlaub bezeichnen oder sind das vollkommen versch.
Dinge?
Für mich sind das vollkommen verschiedene Dinge!
Ich glaube, dass es einem Pilgerwege wie der Jakobsweg leichter machen, bestimmte Denkprozesse anzustoßen. Was nicht heißt, dass man nicht auch auf anderen Wegen wesentliche Erkenntnisse über sich sammeln kann, vielleicht sogar in Form eines Geistesblitzes mit einem Caipi in der Hand an irgendeiner Theke in Mallorca. Und ich glaube auch nicht, dass von alten Pilgerwegen eine Art Magie ausgeht, die einen dann automatisch irgendwie heilig macht.
Die Sache ist diffizieler. Wer auf den Jakobsweg geht, macht das ja nicht aus Spaß, sondern
weil er damit etwas bezweckt. Er geht also schon von vorneherein mit einer ganz anderen
Einstellung los als ein „gewöhnlicher“ Rucksacktourist, der sich mal eben ein paar Eifel-
Vulkane ansehen will.
Mit dem Hintergedanken „ich will was über mich lernen“ kann man sich natürlich auch auf die Rheingauer Riesling-Route machen.
Aber der Jakobsweg erinnert einen eben täglich daran, warum man auf der Reise ist – durch die Wegweiser, aber auch durch Begegnungen mit anderen Menschen, die einen automatisch als Pilger wahrnehmen. Da drehen sich die Gespräche schnell um Dinge, die man einem „bloßen“ Wanderer nicht gleich anvertrauen würde. Mir haben Leute aus heiterem Himmel erzählt, dass sie Krebs hatten ...
Ich möchte sogar noch weiter gehen und sagen, dass eine Pilgerreise gerade in Deutschland ganz besonders „wirkt“, weil man lernt, seine gewohnte Umgebung aus einer ganz anderen Perspektive, in einem ganz anderen Licht wahrzunehmen.
Ich fand es zum Beispiel ungeheuer spannend, in den ersten Tagen durch Orte zu kommen, die ich mit dem Auto schon durchquert hatte oder von Autobahn-Schildern kannte. Zu Fuß Tage zu brauchen, um sie zu erreichen – und dabei mitzukriegen, wie sich die Gegend ganz allmählich ändert –, das kann noch einmal auf ganz besondere Weise erden.
Ich bin in Köln mit dem Rucksack über die Hohe Straße gelaufen, das ist die fette Einkaufsmeile da, die ich von 1.000 Shopping-Besuchen kenne.
Dieses Mal konnte ich aber nichts kaufen, weil ich schlicht keinen Platz hatte. Und was hätte mir irgendwas aus einem der Läden da genutzt – auf dem Weg nach Trier? Die Konfrontation mit dem Alttags-Leben bringt einen ganz schön ins Grübeln.
Das ist was ganz anderes als der schlagartige Tapetenwechsel, der mit einer Urlaubsreise
einhergeht. Wenn ich in Holland aus dem Auto steige, fühle ich mich sofort wie ein neuer
Mensch, allein durch die neue Umgebung! Wer in Deutschland von seiner eigenen Haustür aus lospilgert, muss sich fremde Orte erarbeiten. Das „wirkt“ und geht sehr tief.
Harter Rücken, Sand zwischen den Wirbeln - will man da nicht alles hinwerfen?
Jein ... Ein bisschen Durchhaltewille ist natürlich schon erforderlich. Aber Strapazen führen
auch dazu, dass man sich die richtigen Fragen stellt.
Als mein Rucksack zu schwer wurde, habe ich ihn noch einmal gesichtet und zwei Kilo Ballast abgeworfen. Auch das gehört zum Thema: „Was brauche ich wirklich“?
Darum empfehle ich den Leuten übrigens, sich nicht unbedingt Packlisten für ihren Rucksack zu besorgen, sondern sich tatsächlich einmal vor ihren Kleiderschrank zu stellen und ganz bewusst nachzudenken, was unbedingt mit muss. Das ist quasi schon der erste Schritt der Reise ;-) Auch das ist ja eine schöner Aspekt einer Pilgerreise in Deutschland: Zur Not ist immer ein Laden in der Nähe, in dem man sich mit Zeug eindecken
kann, das man zu Hause vergessen hat. Oder eine Post, der man zuviel mitgenommenen Kram anvertrauen kann. Da kann man ruhig ein wenig experimentieren.
Im Übrigen ist es auch eine sehr schöne Erkenntnis, wenn man zum Beispiel merkt, dass der Rucksack am Ende der Reise überhaupt nicht mehr drückt, obwohl er einen am Anfang fast umgebracht hat. Da merkt man, wie stark man eigentlich ist ... Man gibt ja im Alltag viel zu schnell auf, weil es einem so leicht gemacht wird. Zähne zusammenbeißen und durch – und trotz aller Mühen ankommen: Davon kann man lange zehren!
Die ultimative Frage :): Was ist an Ihrem Buch anders, als an Hape Kerkelings Buch -
und haben Sie selbiges gelesen. Hat das Buch von Hape auch mit den Anstoß zu Ihrer
Pilgerreise gegeben?
Klar hab’ ich „Ich bin dann mal weg“ gelesen ;-) bzw. gehört, ich hatte die Hörbuchfassung.
Ich fand’s toll – vor allem die unbefangene Art, wie Kerkeling da herangegangen ist. Und dass das Buch so locker zu lesen ist!
Ich habe natürlich eine ganze Reihe Pilgerbücher im Regal und war von dem ernsten, allzu getragenen, heiligen Ton, der einem da oft entgegen schlägt, eher abgeschreckt. Manche sind ja eher gedruckte Predigten ... Dabei kann Pilgern einen Heidenspass machen – und genau das sollte in meinem Buch auch rauskommen.
Ich hoffe, dass mein Epos ähnlich unterhaltsam ist wie das meines Kollegen Kerkeling. Viele Leser bestätigen mir das, einige haben geschrieben, dass sie mit Pilgern bislang nichts anfangen konnten, aber sie an meinem Buch trotzdem viel Spaß hatten – und es jetzt vielleicht auch mal versuchen wollen. Eine Frau hat mir sogar erzählt, dass sie es im Zug gelesen hat und eine Station früher ausgestiegen ist, um den Rest ganz bewusst zu gehen ... Das macht mich schon ein wenig stolz!
Schönstes Erlebnis auf Ihrer Reise?
Da gab es viele. Und die meisten waren mit Menschen verbunden. Das schönste und
vielleicht prägendste war, als ich im bergischen Land völlig in Gedanken an meinem Tagesziel vorbei gelaufen bin. Ich bin vor Durst und Hunger fast auf allen Vieren gekrochen – und wurde von zwei unglaublich freundlichen Leuten wieder aufgepäppelt, so dass ich doch noch weitergehen konnte.
Das hat mir gezeigt, dass einem nichts passieren kann, weil es immer andere Menschen
gibt, die einem weiterhelfen. Das hat mich wirklich geprägt. Wenn man Fernsehen guckt (ich
habe meinen übrigens nach der Wanderung abgeschafft) hat man ja den Eindruck, dass die
Gesellschaft immer brutaler wird und alle nur noch mit ausgefahrenen Ellenbogen durch die
Welt rennen. Das mag für viele auch zutreffen, aber es gibt nach wie vor freundliche Menschen.
Auf die kann man sich verlassen.
Schlimmstes Erlebnis?
Das war der Ostersamstag Abend in Altenberg. Da ging gar nichts mehr. Ich wollte einen Arzt
rufen, kam aber nicht einmal mehr ans Handy, obwohl es nur zwei Meter weg lag. Muss eine
Art Hitzschlag gewesen sein. Ich hatte über Tage zu wenig getrunken, obwohl es für einen April ungewöhlich warm war und ich unter dem Rucksack stark geschwitzt habe. Da gehen einem die Mineralien aus, die der Körper braucht.
Ist aber gutgegangen.
Und letztlich haben mir auch da gute Menschen weitergeholfen:
Eine Küchen-Aushilfe hat den Laden auf den Kopf gestellt, um mir eine Hühnerbrühe zu machen, obwohl sie sich da gar nicht auskannte. Das Lächeln, mit dem sie mir die Schale auf den Tisch gestellt hat, werde ich nie vergessen.
Sie haben eine Menge Recherche betrieben. Wo fängt der Weg hier in Deutschland an?
Und wieso endet er in Santiago die Compostella und nicht sonstwo?
Wieso er in Santiago de Compostela endet, ist klar: Angeblich ist dort der Heilige Apostel
Jakob begraben. Daran darf man heute getrost einige Zweifel haben, denn wie soll er
da hingekommen sein, wo er doch in Jerusalem hingerichtet wurde? Außerdem fällt die
Wiederentdeckung des Grabs in eine Zeit, in der die Kirche sehr in Bedrängnis war – ein
Schelm, der Böses dabei denkt. Und ein Jesu-Jünger, der als Maurentöter in die Geschichte
eingeht ... Aber darauf kommt es letztlich nicht an – eigentlich ist nur wichtig, dass die Leute ein Ziel haben, auf das sie ihre Augen richten können.
Etwas ganz anderes ist die Frage nach dem Anfang des Wegs. Witzigerweise „fängt“ er nämlich nirgendwo an – auch in Deutschland nicht. Für Pilger aus nördlicher oder östlicher gelegenen Ländern ist unser Land nur Durchgangsstation. Die Redewendung, wonach der Jakobsweg da ist, wo Jakobspilger sind, stimmt tatsächlich! Wenn Sie in Erfurt wohnen, können Sie da starten – werden aber womöglich Leute treffen, die aus Leipzig kommen. Südlich von Nürnberg verläuft ein Zweig, der auch durch Prag führt ...
Die Jakobspilger früherer Jahrhunderte kamen ja wie heute aus aller Herren Länder – nur dass die meisten heute den Zug oder einen Flieger nach Saint-Jean-Pied-De-Port nehmen, bevor sie loswandern ...
Aber wie gesagt: Ich glaube, dass einem da etwas entgeht. Der Jakobsweg „wirkt“ auch
in Deutschland!“ Wer sich darauf einlassen möchte, wird in aller Regel auch in der Nähe
seines Wohnorts einen Zweig finden. Tipp: Einfach mal eine Karte besorgen oder bei einer
Pilgerbruderschaft in der Nähe nachfragen. Das Netz wird übrigens stetig ausgebaut!
Sie haben geschrieben: Mein Auto fehlt mir nicht? Meinten Sie das wirklich ernst (zu
diesem Augenblick, denn wir sind eine mobile Gesellschaft). Und wie handhaben Sie es
heute mit dem Autofahren?
Klar war das ernst gemeint! ;-). Ich fand es ungeheuer bereichernd, sich einmal ohne Auto
fortzubewegen. Was man am Steuer alles verpasst! Für viele stille Eindrücke kann sogar
Fahrradfahren zu schnell sein. Wir Menschen sind für das Laufen gemacht – wie viele
Jahrtausende hatten wir keine fahrbaren Untersätze! Ich bin ganz sicher, dass viele meditative Gedanken erst beim langsamen Gehen entstehen. Schon die griechischen Philosophen haben beim Umherwandeln nachgedacht – und nicht etwa in einer Kutsche oder auf einem Esel.
Eines meiner stärksten Erlebnisse war übrigens, dass ich zu Fuß Luxemburg erreicht habe!
Ausland! Gut, es war nicht Australien, aber immerhin – wenn man heute an fremde Ort denkt,
fragt man sich ja als erstes, mit welchem Verkehrsmittel man da am schnellsten hin kommt ... Dabei geht es auch zu Fuß. Man muss sich nur Zeit nehmen ...
Wenn das jetzt zynisch klingt, sollte man sich vielleicht fragen, warum wir uns in allen Dingen so beeilen – schließlich wird uns die gesparte Zeit ja nirgendwo gut geschrieben ;-)
Und natürlich benutze ich heute wieder mein Auto. Aber das ist eben der Alltag – das Leben
erfordert es. Aber ich weiß jetzt, dass es auch ohne ginge.
Wurden Sie geläutert?
Wieder eine schwierige Frage. Wenn Sie damit eine Art „Reinigung des Inneren“ meinen: Ja.
Ich habe ganz fest das Gefühl, dass mein Blick auf die – für mich – wesentlichen Dinge des
Lebens nun weniger von anderen verdeckt sind. Darum: Unbedingt einmal selbst versuchen – und wenn’s nur für ein langes Wochenende ist!
HERZLICHEN DANK lieber Stephan Albus.
Nun möchte ich dieses wundervolle Buch mit einem von Euch teilen. Dazu müsstet Ihr mir 3 Fragen beantworten. Unter allen Einsendern, die bis zum Samstag, 23.07.2011 ihre Lösung eingeschickt haben, werde ich einen auslosen, der in den Genuss dieses Buches kommen wird.
Ein Teil der Fragen wird Euch komisch vorkommen... ich sage nur lesen :).
1. Was ist das Kennzeichen des Jakobsweges?
2. Was wirft Stefan Albus aus seinem Rucksack?
3. Was sagte Lukas?
4. Der Jakobsweg ist da....
Ich wünsche allen Interessierten viel Glück.
Susi R. 16.07.2011, 21.25 | (0/0) Kommentare | TB | PL







